Das Turnerdenkmal am Kalvarienberg

Unser Turnverein besitzt seit 1921 ein eigenes Turnerdenkmal am Kalvarienberg in Neumarkt. An diesem wunderschönen Neumarkter Aussichtspunkt wurde der fünf gefallenen Turnbrüder des Ersten Weltkrieges ein Denkmal gesetzt. Niemand dachte, dass Jahre später eine Gedenktafel für 33 gefallene Turnbrüder des Zweiten Weltkrieges angebracht werden würde. Heute denken wir bei der Sonnwendfeier an alle verstorbenen Mitglieder des Turnvereins.

GESCHICHTE DES TURNERDENKMALS

Am 23. Februar 1915 wurde vom Verschönerungsverein, den Gemeindevertretern und der Kommune beschlossen, nach dem siegreichen Ende des großen Krieges am Kalvarienberg ein Kriegerdenkmal zu errichten. Doch es kam anders und der Krieg wurde verloren, die Kommune errichtete kein Denkmal. Daher bat der Turnrat des Turnvereins am 21. Oktober 1920 die Kommunenverwaltung, um die Überlassung des vorgesehenen Grundstückes, damit ein Kriegerdenkmal für die gefallenen Turner errichten werden kann.

Am 21. November 1920 erfolgte der einstimmige Beschluss des Kommuneausschusses, das Grundstück und das darauf liegende Baumaterial dem Turnverein kostenlos zu überlassen. Die Arbeit für das Denkmal begann. An sieben Sonntagen, in 344 Arbeitsstunden, wurde es von 84 arbeitenden Turnern fertiggestellt. Im Denkmal wurde eine, von der Lehrerin Frau Irmgard Knobloch gefertigte Urkunde eingemauert.

Fünf Turner sind im Ersten Weltkrieg gefallen:
Anton Trompeter, Landwehr Rg. 2, am 18.8.1915 in Omsk
Alois Maier, Freiw. der Luftschiffabt., am 28.6.1916 in Russland
Paul Vogl, Leutnant J.R. 59, am 2.1.1918 am Monte Portua, Italien
Fritz Illenberger, 1916 vermisst in Russland
Hans Kaufmann, J.R. 59, am 4.9.1915 östlich von Luck, Russland

Das Denkmal wurde anlässlich der Sonnwendfeier am 29. Juni 1921 feierlich enthüllt. Eine große Menschenmenge nahm daran teil. Für jeden gefallenen Turner wurde eine Eiche gepflanzt. Alljährlich wurde zur Sonnenwende eine Gedenkfeier, oft mit turnerischen Vorführungen, abgehalten.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese schon zur Tradition gewordenen Feiern, denn die Turner mussten zur Wehrmacht einrücken. Das Denkmal wurde, da die Turner im Felde waren, durch Jahre nicht gepflegt. Es litt sehr stark unter den Wettereinflüssen und musste dringend erneuert werden. Daher wurde nach der Wiedergründung des Turnvereins 1956 vom Turnrat beschlossen, das Denkmal zu renovieren und eine Tafel mit den Namen der 33 gefallenen Turnbrüder des Zweiten Weltkrieges anzubringen. Wieder wurden viele unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet, neuerlich eine Urkunde eingemauert und als Dank eine Granitplatte aufgesetzt, die von zwei Turnern, Karl Eybl und Fred Duswald, gespendet wurde. Stiege und Böschung wurden saniert und Sitzbänke aufgestellt.

Am 10. November 1957 war die Denkmalenthüllung, bei der Obmann Sommerhuber ergreifende Worte der Trauer fand. Das rot-weiß-rote Fahnentuch sank herab und gab den Blick auf das renovierte Denkmal frei.

Am 18. November 1994 wurden, angeregt von Ehrenobmann MR Dr. Josef Lehner, als Umgrenzung des Turnerdenkmals Hainbuchen gepflanzt. Diese, damals noch sehr dürftig aussehenden Pflänzchen, wurden von einigen Turngeschwistern unter der Aufsicht des Kallhamer Gärtners Alois Stieger, gesetzt. Die Pflege des Turnerdenkmales hatte viele Jahren Tbr. Sepp Entholzer inne. In den ersten beiden Jahren mussten einige abgestorbene Sträucher ausgetauscht werden, ansonsten gab es keine Probleme. Nach einer mehrere Tage dauernden Generalüberholung unseres Turnerdenkmals sehen unsere Hainbuchen nun bei voller Blüte sehr schön aus, davon zeugen die Fotos, welche am 2. Mai 2000 gemacht wurden. Die vorerst letzten Instandhaltungsarbeiten wurden im Sommer 2020 durchgeführt.

Alter Tradition folgend wird auch jetzt noch zu Allerheiligen nach der Feier am Friedhof und zur Sonnenwende der gefallenen Turnbrüder und aller verstorbenen Vereinsangehörigen gedacht.

Einen herzlichen Turnerdank an alle Turngeschwister, die das Turnerdenkmal jemals gepflegt haben und es in Zukunft pflegen werden!