Das Turnerdenkmal am Kalvarienberg

Am 23. Februar 1915 wurde vom Verschönerungsverein, den Gemeindevertretern und der Kommune beschlossen, nach dem siegreichen Ende des Krieges am Kalvarienberg ein Kriegerdenkmal zu errichten. Dazu kam es nach dem verlorenen  1. Weltkrieg nicht mehr. Es beschloss daher der Turnrat des Neumarkter Turnvereins am 21. Oktober 1920, ein Schreiben an die Kommuneverwaltung mit der Bitte um Überlassung des für ein Kriegerdenkmal vorgesehenen Grundstückes, um ein Denkmal für die gefallenen Turner errichten zu können, zu richten.

Am 21. November 1920 erfolgte der einstimmige Beschluss des Kommuneausschusses, das Grundstück und das darauf liegende Baumaterial dem Turnverein kostenlos zu überlassen. Die Arbeit für das Denkmal begann. An sieben Sonntagen, in 344 Arbeitsstunden, wurde es von 84 arbeitenden Turnern fertiggestellt. Im Denkmal wurde eine, von der Lehrerin Frau Irmgard Knobloch gefertigte, Urkunde eingemauert.

Fünf Turner sind im 1. Weltkrieg gefallen:
Anton Trompeter, Landwehr Rg. 2, am 18.8.1915 in Omsk
Alois Maier, Freiw. der Luftschiffabt., am 28.6.1916 in Russland
Paul Vogl, Leutnant J.R. 59, am 2.1.1918 am Monte Portua, Italien
Fritz Illenberger, 1916 vermisst in Russland
Hans Kaufmann, J.R. 59, am 4.9.1915 östlich von Luck, Russland

Anlässlich der Sonnwendfeier am 29. Juni 1921 war die feierliche Denkmalenthüllung. Eine große Menschenmenge nahm daran teil. Für jeden gefallenen Turner wurde eine Eiche gepflanzt. Alljährlich wurde zur Sonnenwende eine Gedenkfeier, oft mit turnerischen Vorführungen, abgehalten.

Der 2. Weltkrieg unterbrach diese schon zur Tradition gewordenen Feiern, denn die Turner mussten zur Wehrmacht einrücken. Das Denkmal wurde, da die Turner im Felde waren, durch Jahre nicht gepflegt. Es litt sehr stark unter den Wettereinflüssen und musste dringend erneuert werden. Daher wurde nach der Wiedergründung vom Turnrat beschlossen, das Denkmal zu renovieren und eine Tafel mit den Namen der 33 gefallenen Turnbrüder des Zweiten Weltkrieges anzubringen. Wieder wurden viele unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet, neuerlich eine Urkunde eingemauert und als Dank eine Granitplatte aufgesetzt, die von zwei Turnern, Karl Eybl und Fred Duswald, gespendet wurde. Stiege und Böschung wurden saniert und Sitzbänke aufgestellt.

Am 10. November 1957 war die Denkmalenthüllung, bei der Obmann Sommerhuber ergreifende Worte der Trauer fand. Das rot-weiß-rote Fahnentuch sank herab und gab den Blick auf das renovierte Denkmal frei.

Am 18. November 1994 wurden über Anregung von Ehrenobmann MR Dr. Josef Lehner als Umgrenzung des Turnerdenkmals Hainbuchen gepflanzt. Diese, damals noch sehr dürftig aussehenden Pflänzchen, wurden von einigen Turngeschwistern unter der Aufsicht von Kallhams Obergärtner Alois Stieger, gesetzt. Die Pflege des Turnerdenkmales hatte viele Jahren Tbr. Sepp Entholzer inne und in dieser Zeit wuchsen die Hainbuchen sehr schön heran. Nur in den ersten beiden Jahren mussten einige abgestorbene Sträucher ausgetauscht werden, ansonsten gab es keine Probleme. Nach einer mehrere Tage dauernden Generalüberholung unseres Turnerdenkmals sehen unsere Hainbuchen nun bei voller Blüte sehr schön aus, davon zeugen die Fotos, welche am 2. Mai 2000 gemacht wurden. Die vorerst letzten Instandhaltungsarbeiten wurden im Sommer 2020 durchgeführt.

 

 

 

Alter Tradition folgend wird zu Allerheiligen nach der Feier am Friedhof und zur Sonnenwende der gefallenen Turnbrüder und aller verstorbenen Vereinsangehörigen gedacht. Zur Sonnenwende begleiten uns viele Bewohner des Ortes sowie der Umgebung und nehmen an der Feierstunde teil.

Ein Dank an dieser Stelle an alle Turngeschwister, die das Turnerdenkmal
je gepflegt haben und es weiter pflegen werden!